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Was du beim Kauf gebrauchter Klaviere beachten musst

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In letzter Zeit höre ich immer häufiger Horror Geschichten von Kunden, die sich im Internet ein Klavier gekauft haben. Einige berichten mir, dass ihr vermeintliches Schnäppchen sie im Nachhinein hunderte Euro zusätzlich gekostet hat. Von anderen Kunden habe ich erfahren, dass sie unwissentlich defekte oder sogar unreparierbare Klaviere gekauft haben. Dies ist wirklich sehr ärgerlich! Darum verrate ich dir in diesem Beitrag mehrere Tipps und Tricks, damit dir nicht das Gleiche passiert.

Inhaltsverzeichnis:

Ein gebrauchtes Klavier spart viel Geld!

So negativ sich der Einleitungsext auch anhört, es spricht überhaupt nichts dagegen, sich ein gebrauchtes Klavier zu kaufen. Man kann den Klavierkauf schon fast mit einem Autokauf vergleichen. So gibt es auch hier enorme Preisunterschiede je nach Marke und Ausstattungsvariante. Während neue Einsteiger-Klaviere schon für wenige hundert Euro zu haben sind, gibt es auch die Luxus-Sondervarianten für jenseits der 100.000€ wie beispielsweise den Flügel D-274 von Steinway.

Auch der Preisverfall verläuft ähnlich. Genau wie bei Neuwagen verlieren neue Klaviere innerhalb des ersten Jahres den größten Teil ihres Wertes. So kannst du bei sehr hochwertigen gebrauchten Klavieren schon nach einigen Jahren bis zu 50-70% des Neupreises sparen!

Gegenüber den Autos hat ein Klavier allerdings doch einen klaren Vorteil. Ein hochwertiges Piano kann 50-100 Jahre alt werden. Regelmäßige Wartung und richtiger Aufstellungsort vorausgesetzt. Halten wir fest: Ein Klavier kann eine Anschaffung fürs Leben sein.

Du siehst also, bei einer solchen Lebensdauer, ist die Frage ob „neu“ oder „gebraucht“ relativ uninteressant. Es ist viel wichtiger, welche Qualität das Klavier hat. Genau das ist der Knackpunkt, wenn du ein gebrauchtes Klavier erstehen möchtest. Laien sind normalerweise nicht in der Lage eine ausreichende Qualitätsbestimmung durchzuführen. Deshalb nehmen sie häufig ihren Klavierlehrer mit. Dieser kann das Klavier natürlich besser beurteilen. Vor allem beim Klang und der Tastendynamik kennt er sich hervorragend aus.

Doch auch dieser ist häufig Laie, wenn es darum geht das Innenleben und das Gehäuse zu beurteilen. Besonders bei sehr alten Klavieren ist die Nutzung oft nur kurzfristig und eingeschränkt möglich. Denn sie verstimmen häufig nach besonders kurzer Zeit.

Eigentlich müsste man das Instrument also mit einem Klavierbauer kaufen gehen. Aber wer kann und macht das schon? Einige Klavierbauer lassen sich auch für 30-50€ „mieten“ um dich zu beraten. Die Meisten wollen ihnen dann aber lieber einfach ihre eigenen Instrumente verkaufen.

Klaviere gebraucht bei eBay kaufen?

Vorsicht! Gebraucht ist nicht immer gleich gut. Finger weg von eBay und anderen Anzeigeportalen. Hier verkaufen viele schwarze Schafe schrottreife Klaviere, um sich die Entsorgungskosten zu sparen. Wenn es doch unbedingt eBay sein muss, dann schau dir das Instrument vorher zumindest vor Ort an. Am besten mit einem Klavierbauer, zur Not macht es auch der Lehrer. Sprüche ala „Kenne mich nicht aus, muss vermutlich nur mal wieder gestimmt werden“ sind bei Ebay nämlich an der Tagesordnung.

Vermeintliche Schnäppchen werden ansonsten schnell teuer. Nehmen wir an, du ersteigerst ein Piano für richtig billige 300€ und musst noch 150-200€ Transportkosten dazuzahlen. Immer noch ein Schnäppchen? Ja, aber was wenn das Klavier seit Jahren nicht gestimmt wurde und deshalb vielleicht mehr als einmal gestimmt werden muss?

Um dann einen vernünftigen Klang zu erreichen, müssen wir von drei Stimmgängen ausgehen. Das kostet dich in etwa 200€. Auch ist das Klavier vielleicht schon einige Jahrzehnte alt. Dann ist vermutlich eine größere Wartung nötig. Hammerköpfe abziehen, Mechanik reinigen und nachregulieren und weitere kleinere Reparaturen kosten dich dann weitere 350-400€. So hast du ganz schnell 900€ für dein Schnäppchen ausgegeben. Dabei hast du nicht einmal Garantie. Wenn du schließlich richtig Pech hast, kann das Instrument auch aufgrund schwerer Mängel gar nicht mehr gestimmt werden. Dann hast du einfach nur Sperrmüll gekauft.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit bei eBay ein günstiges, aber gutes Klavier zu finden sehr gering. Eigentlich bieten bei allen Klavierauktionen auch Fachhändler mit. Diese können meist viel besser als du einschätzen, wie viel an dem Klavier noch gemacht werden muss. Wenn du deren Preis überbietest, kannst du fast schon davon ausgehen ein Verlustgeschäft gemacht zu haben.

Falls du es trotz dieser Warnung nicht lassen kannst, findest du hier einen Artikel mit Grundregeln für den Klavier Kauf von Privatleuten.

Gesunde Alternative: Kaufen sie ihr gebrauchtes Klavier beim (Online-)Fachhändler!

Wenn du das Instrument dagegen bei einem seriösen Fachhändler kaufst, kannst du auf einige Vorsichtsmaßnahmen getrost verzichten. So ist es in der Regel nicht nötig einen Klavierbauer mitzubringen, denn die Pianos sind beim Kauf bereits gestimmt und vollständig gewartet. Das Wunschinstrument ist zwar etwas teurer als bei eBay, dafür halten sich die Folgekosten in Grenzen.

Klavier-Fachhändler sind auch nicht daran interessiert sie über den Tisch zu ziehen. Denn wenn du ein zufriedener Kunde sind, gibst du schließlich zukünftige Stimm- und Wartungsaufträge an diesen Händler weiter.

Besonders gute Schnäppchen kann man online finden, zudem spart man auch die lange Anfahrt. Hier sind die gebrauchten Pianos meist nochmals um 10-20% günstiger als bei den Kollegen vor Ort.

Wenn du jetzt denkst, dass du dort wieder die Katze im Sack kaufst, dann kann ich dich beruhigen: Seriöse Online-Fachhändler wie beispielsweise Musikhaus Kirstein bieten eine 60 Tage Geld zurück Garantie und eine 3 Jahres Garantie. Auch auf gebrauchte Instrumente! Da der Versand auch kostenlos ist, kannst du dein neu erworbenes Schmuckstück ganz in Ruhe zuhause ausprobieren und gegebenenfalls bei Nichtgefallen zurückschicken. So hörst du auch direkt, wie sich das Instrument in deinen eigenen Räumen anhört.

Ich verkaufe die Klaviere, die du auf meiner Homepage findest nicht selbst, sondern weisen dich nur auf aktuelle Schnäppchen und gute Produkte hin.

Hier noch einige Tipps vor dem Kauf:

  • Achte darauf, dass du ein Klavier der empfohlenen Marken zu kaufst.
  • Beachte  ggf. die Regeln für den Privatkauf.
  • Wenn du noch gar keine Erfahrung mit Klavieren habst, lies zuerst die FAQ.
  • Meide englische, sowie russische Klaviere und Pianos mit Wiener Mechanik.
  • Meide  irische Klaviere der Marken: Lindner, Shannon oder Ireland.
  • Vorsicht auch bei Chinesischen Klavieren, hier sind ein paar gute, aber auch sehr viele schlechte Klaviere dabei.
  • Neue japanische und koreanische Klaviere sind gut und preiswert, jedoch nicht so gut wie ein gebrauchtes Deutsches.

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Kommentare

Gerda 5. September 2017 um 16:58

Meine Tochter möchte Klavier spielen lernen und dazu wir ein Musikinstrument zu hause haben müssen, deswegen ich jetzt nach den Tipps suche, die mir ein richtiges Klavier kaufen helfen werden. Ich glaube, dass ein gebrauchtes Klavier ok wird, aber ich werde trotzdem gute Qualität suchen. Bevor ich diesen Artikel gelesen habe, dachte ich nicht, dass ich bei sehr hochwertigen gebrauchten Klavieren schon nach einigen Jahren bis zu 50-70% des Neupreises sparen kann. Mir haben auch noch andere Tipps sehr gefallen, z B. Chinesischen Klavieren meiden, aber neue japanische und koreanische Klaviere sind gut und preiswert. Vielen Dank für den tollen Artikel mit nützlichen Tipps.

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